Elektrisches Fliegen - die Zukunftsperspektive

Electric Flight
Erstausgabe 13.4.2015
12.06.2018
Meilensteine des Elektroflugs  Bereits 1973 flog Heini Brditsch- ka mit einer HB-3 und einem Elektroantrieb. 1981 flog als er- ster Deutscher der Heidelberger Karl Friedel mit dem Elektro- Windspiel anlässlich der RMF (AERO) in Friedrichshafen.
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Neues aus der Elektroflug-Szene:
Versuchsaufbau der Motor-Generator-Einheit vor dem Brandschott in der Auf- hängung mit dem Rotax 914. Die Antriebseinheit sitzt auf dem Seitenleitwerk.
Auf    einer    im    Mai    in    Los   Angeles durchgeführten    Tagung    von    Uber stellte   Tine   Tomazik,   Leiter   für   For- schung   und   Entwicklung   bei   Pipi- strel    nun    erstmals    einen    Entwurf eines   eVTOL   für   vier   Fluggäste   vor, das     in     dichtbesiedelten     Zentren den     schnellen     Transport     durch- führen   soll.   Tomazik   betonte,   dass der   nun   vorgestellte   Entwurf   sich von   anderen   eVTOL-Konzepten   da- rin   unterscheide,   dass   mit   dem   für Uber     Elevate-Programm     zu     ent- wickelnden   Hubsystem   im   Kombi- nation    mit    dem    aerodynamischen Flügel   längere   Strecken   und   höhe- re     Geschwindigkeiten     zurückge- legt     werden     könnten.     Pipistrels Konzept     unterscheide     sich     von Hubschraubern     darin,     dass     es wesentlich    leiser,    sicherer,    preis- werter      und      umweltfreundlicher sein   wird.   Ivo   Boscarol,   CEO   von Pipistrel,   sagte:   "Pipistrel   versucht nicht,      den      Helikopter      neu      zu erfinden!“
Ursprünglich      war      gedacht,      das Projekt   Smartflyer   als   reines   Ama- teurflugzeugprojekt    durchzuziehen. Rolf   Stuber,   Initiator   und   CEO   der Smartflyer    AG    hat    inzwischen    ein starkes   Team   gebildet.   Sein   Ziel   ist es,    nach    dem    „Proof-of    Concept“, das   mit   einem   Hybrid-Antrieb   2021 fliegen   soll,   später   auch   mit   der   Ent- wicklung    in    Serie    zu    gehen.    Das Herz   des   flott   wirkenden   Viersitzers ist   ein   getriebeloser   Siemens-Elek- tromotor,   der   einen   langsam   dreh- enden    Fünfblattpropeller    mit    gan- zen   1200-1500   UpM   antreiben   soll. Die   Leistung   bezieht   er   aus   einem
Smartflyer-                         Viersitzer mit                                    geballter Technik
1.  Lange Antares 20E 2.  LAK 18 B 3.  Schleicher ASG 32 4.  Silent 2 Electro 5.  Pipistrel Taurus Electro 6.  Song 120 7.  Archaeropterix electric 8.  eSpyder 9.  Silent E 10.Carbon Trike
Typenliste zugelassener Flugzeuge
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Pipistrel: schon bald Realität
Bild Pipstrel
Typenreihe wird fortgesetzt
11.05.2018
Schweizer Viersitzer als Hybrid-Lösung
Bild: Dufour Aerospace
Bild: H.Penner
160   kg   Batteriepackage,   das   kon- stant   über   einen   Rotax   914-Motor- Generator   gespeist   wird.   Das   ver- ursacht   eine   sehr   geringe   Lärm- emission,    weil    sich    der    wasser- gekühlte    Verbrenner    lärmgekap- selt    im    Rumpfbug    befindet.    Im kommenden    Jahr    sollen    die    er- sten   Arbeiten   an   der   Zelle   begin- nen.   Momentan   konzentriert   man sich   an   Detailverbesserungen   und führt   erste   Berechnungen   durch. Die   ursprünglichen   1,2   Mio.   SFr. dürften    trotz    vieler    Fertigkompo- nenten   für   die   Entwicklung   noch nicht ausreichen.
Bild: H.Penner
Ingenieure   bei   Kitty   Hawk   in   Kali- fornien/USA     haben     Erfahrungen mit   extremen   Leichtbau.   Jetzt   ent- wickelten    sie    den    zehnmotorigen E-Flyer.   Eigentlich   eine   Weiterent- wicklung   eines   UL-Copter,   den   wir schon   2017   vorstellten.   Das   115   kg leichte    Luftfahrzeug    wurde    nach der    FAA    CFR    Part    103    Ultralight entworfen     und     soll     nach     aus- giebiger     Erprobung     nun     einem breiteren     Interessentenkreis     zu- gänglich     gemacht     werden.     Der stickgesteuerte     Copter     soll     zwi- schen   12   und   20   Minuten   Flugzeit bei   etwa   30   km/h   Vs   haben.   Nach Firmenangaben    sollen    die        Moto- ren   keinen   größeren   Lärm   als   ein Rasenmäher    in    50    ft    Entfernung entwickeln.   Theoretisch   würde   Fly- er   in   die   deutsche   120   kg   UL-Klas- se   passen.   Noch   ist   aber   weder   der Preis   bekannt,   noch   weiß   man,   ob das   von   Google   finanzierte   Unter- nehmen   auch   auf   den   europäisch- en Markt gehen möchte.
Foto: Kitty Hawk
Flyer in der 120 kg-Klasse
23.06.2018
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Schweizer Höhenflieger
Bild: H.Penner
SolarStratos   aus   Yverdon/Schweiz hat    einen    neuen    Partner    mit    der amerikanischen    Firma    Sun-Power gefunden.   Der   Prototyp   des   ersten Maschine   flog   bereits   im   vergange- nen   Jahr.   Beim   neuen   SolarStratos sollen    deren    Solarzellen    mit    24 Prozent      Wirkungsgrad      auf      die Tragflächen   und   auf   das   Höhenleit- werk    aufgebracht    werden,    um    ei- nen   32   kW   Motor   anzutreiben,   der über    eine    20    kWh    Lithium-Ionen- Pufferbatterie    betrieben    wird.    Es ist   in   dem   Zusammenhang   von   der „nächsten   Generation“   des   Solar- Stratos   die   Rede,   die   jedoch   nicht vor    dem    Jahr    2020    fliegen    wird. SunPower   war   übrigens   auch   der Lieferant    der    Solarzellen    für    die Schweizer   SolarImpulse   2,   die   vor zwei   Jahren   im   Solarflug   die   Welt umrundet    hatte.    Wenn    alles    gut geht,   ist   geplant,   mit   dem   neuen, drucklosen       SolarStratos-Elektro- Flugzeug    auf    über    24    000    Meter Höhe zu  fliegen.
Bild : Solarstratos
07.09.2018
Foto: Smartflyer
06.07.2018
Equator fliegt rein elektrisch
Bild: H.Penner
Nach     ersten     Rollversuchen     hob das   Amphibium   Equator   P2   Xcur- sion   von   Tomas   Brødreskift   am   26. Juni    auf    dem    ehemaligen    Militär- flugplatz   bei   Oslo   zu   seinem   ersten Sprung   in   die   Luft   ab.   Den   lang- ersehnten   Erstflug   führte   Eskil Am- dal   durch.   Er   beschleunigte   nach seinen   Angaben   die   Maschine   auf 70    Knoten,    rotierte    schon    nach kurzer   Strecke   und   beschleunigte automatisch   auf   100   Knoten,   um   in 9   Meter   die   Landebahn   bis   zum   En- de    zu    überfliegen.    Am    Folgetag wurden   zwei   weitere   Flüge   durch- geführt,    die    das    Vertrauen    in    die gewonnenen        Flugeigenschaften bekräftigten.   Das   Flugzeug   ist   ein Prototyp,    der    von    Equatoraircraft seit    2010    mit    begrenzten    Mitteln entwickelt   wurde.   Der   nur   für   Test- zwecke     ausgelegte     Prototyp     ist vollelektrisch.   Er   kann   ca.   35   Minu- ten    fliegen.    Die    Hybridkonfigura- tion   ist   auf   eine   Flugdauer   von   bis zu 6 Stunden ausgelegt.
Bild: Equatoraircraft
Foto: H.Penner
Wegweisende Bestellung
Bild: H.Penner
   24.05. 2018
Zunum Aero,   ein   von   Boeing   unter- stütztes    Unternehmen    kann    sich freuen.    Vor    kurzem    gab    JetSuite ein    Charterunternehmen    bekannt, eine    Flotte    von    100    Hybrid-Flug- zeugen    ab    2022    beschaffen.    Jet- Suite    ist    gestärkt    durch    Anteils- eigner   Qatar   Airways.   Das   Hybrid- flugzeug    erhält    zwei    Triebwerks- gondeln,   in   denen   sich   Elektromo- toren   befinden.   Sie   werden   von   ei- nem   Gasgenerator   im   Rumpfheck angetrieben.   Der   bis   zu   12   Passa- giere   fassende   Jet   soll   im   umwelt- freundlichen    Regionalverkehr    ein- gesetzt     werden.     Mit     fortschrei- tender     technischer     Entwicklung sind   auch   größere   Muster   von   Zu- num   geplant.   Der   Prototyp   wird   Li- thium-Ionen   Batterien   in   den   Trag- flächen    erhalten,    die    eine    zusätz- liche     Leistung     zum     Generators bieten.    Das    Flugzeug    wird    eine Geschwindigkeit     von     340     mph erreichen   und   eine   Reichweite   von 700 Meilen haben.
Foto: Zunum
19.07.2018
Rolls Royce Elektroinitiative
Bild: H.Penner
Der   englische   Triebwerkshersteller Rolls   Royce   scheint   in   der   Zukunft auch     bei     elektrischen     Antriebs- strängen   mitmischen   zu   wollen.   Es sind    das    einmotorige    Experimen- talflugzeug   Accel   mit   reinem   elek- trischen    Antrieb    sowie    das    viel spannendere      EVOL-Projekt,      zu- nächst   nur   eine   reine   Studie   eines Kippflügels   nach   dem   Tilt-Konzept. Es    basiert    auf    Technologien,    die bereits      existieren      oder      derzeit noch   entwickelt   werden.   Es   könnte in   den   frühen   2020-er   Jahren   in   die Luft    gehen.    Das    Konzeptflugzeug verwendet   die   Gasturbinentechno- logie,    um    die    elektrische    Energie zu    erzeugen,    die    die    sechs    elek- trischen    Antriebe    versorgen    und die     speziell     dafür     so     ausgelegt sind,   ein   niedriges   Geräuschprofil zu    erzeugen.    Die    Tilt-Technik    er- laubt   den   Flügel   bis   zu   90   Grad   zu drehen,     wodurch     das     Flächen- Flugzeug      vertikal      starten      oder landen kann.  
Bild: Rolls Royce
Do 228 bald auch elektrisch?
10.08.2018
Foto: DLR
Noch   ist   es   nur   eine Absichtserklä- rung,   was   DLR,   Siemens,   MTU   und Ruag   beschlossen   haben.   Sie   wol- len    eine    Do    228    schrittweise    auf elektrische   Antriebsstränge   umrü- sten.    Der    Erstflug    könnte    bereits 2020   sein,   wie   vom   DLR   zu   erfah- ren   war.   Ruag   Aerospace   in   Ober- pfaffenhofen   hatte   die   Produktion von   Dornier   übernommen.   Die   er- ste   Maschine   dieses   Typs   flog   vor 35    Jahren.    Weltweit    fliegen    zirka 300    Exemplare.    Siemens,    bereits an    anderen    ähnlichen    Projekten beteiligt,     wird     den     elektrischen Antriebsstrang    liefern.    Der    Strom kommt    von    einem    Gasgenerator der    Firma    MTU.    Dr.    Frank   Anton, CEO   von   Siemens   Luftfahrt   meint, dass   das   Unternehmen   einen   Tech- nologievorsprung       besitze,       den man   jetzt   nutzen   sollte,   doch   noch fehlt      das      Geld.      Der      19-Sitzer könnte   neben   einer   BAe   146   das erste         Hybrid-Passagierflugzeug der Welt werden,  
Foto: DLR
Zweiter Smartflyer-Challenge
03.09.2018
Im    Frühjahr    erklärten    24    Firmen sich    am    diesjährigen    Smartflyer- Challenge   beteiligen   wollen.   Doch es   kamen   nur   fünf.   Im   Gegensatz zum    vergangenen    Jahr    hielt    sich auch     das     Besucherinteresse     in Grenzen.    Sehr    positiv    aufgenom- men      wurde      das      Vortragspro- gramm,   an   dem   sich   teilweise   bis 80     Zuhörer     beteiligten,     die     mit einer   etwas   größeren   Erwartungs- haltung    gekommen    waren.    Desto stärker   wurden   die   fünf   Exponate aus     Tschechien,     Slowenien     und der   Schweiz   beachtet.   Roger   Rup- pert   kündigte   einen   Preissturz   für den   Archaeopteryx   auf   nur   56000   in   der   Seglerversion   und   70   000   in    der    E-Motorenvariante    an.    Der Schweizer    Pipistrel-Vertreter    Marc B.   Corpataux   hofft   die   Alpha   Elec- tro   in   erster   Linie   an   Flugschulen zu   verkaufen.   Seine   Flüge   mit   dem Alpha    Electro    überzeugten    sehr. Eine    Maschine    wurde    bereit    aus geliefert.
Foto: Jegerlener
Smartflyer
Rendering: Smartflyer